Kategorie-Archiv: Aktuelles Archiv

Breaking Free | Staying Bound, 14.06.2017, 19 Uhr, Sparkasse Linz

Ein Abend über Herkunftsscham und die Schamlosigkeit des Kapitals

schamlosspray

Gibt es einen Weg von einem Milieu in ein anderes, ohne sich für die Herkunft zu schämen? Ist die Universität ein Ort der Scham? Wie geht Scham in einer sich andauernd optimierenden sozialen Formation? Kann man Scham entsorgen und was wäre eine Gesellschaft ohne Scham? Sollten sich Theoretiker_innen schämen? Wie schamlos ist das Kapital? Diesen Fragen (und anderen Peinlichkeiten) gehen wir in einem Shame-Slam nach.

Es ist keine Schande, dabei ein wenig rot zu werden.

In freundlicher Kooperation mit der Sparkasse OÖ und der Gesellschaft für Kulturpolitik OÖ.

Für Drinks und Snacks ist gesorgt! See you there & schämt euch für uns mit!

Wann: 14.06.2017, 19 Uhr
Wo: Sparkasse Linz, Promenade 11-13

Eintritt: frei, wir bitten dennoch um Platzreservierung unter: http://www.gfk-ooe.at/event/breaking-free-staying-bound/

FLYER.PDF

Smartonomy. Mobility without Fingerprints?, 7/8 Juni 2017

Smartonomy. Mobility without Fingerprints?

Praktiken digitaler Selbstorganisation zwischen Überwachung und Autonomie

smartonomy_plakat_klein

07- 08. Juni 2017 Kunstuniversität Linz, Wohnzimmer Zeitbasierte Medien, Domgasse 1, 4.OG, DO0458

FACEBOOK
Ankündigung auf der ufg-Website

Die Abteilungen Medientheorien und Zeitbasierte Medien laden zu Abendveranstaltung und interaktiven Workshops.

Digitale Medien sind für viele alltägliche Tools. Emails schreiben, tweeten, facebooken, googlen, bloggen oder schlicht rezipieren, sind selbstverständliche Alltagspraktiken. Manchen helfen sie bei der Organisation von Aktivismus und Protest. Und für einige sind sie schlichtweg überlebensnotwendig. Für Menschen auf der Flucht zum Beispiel, die den Fluchtweg mit Hilfe von digitalen Karten planen, Geldtransfers mittels verschlüsselter Messages veranlassen, per Skype Kontakt zur Familie aufnehmen. Für sie ist das Smartphone kein Statussymbol, sondern die Miniaturtechnologie des Migrationsalltags.

Gleichzeitig sind Smartphones und Tablets Medien der Vergemeinschaftung, was die Sicherstellung des Zugangs zum Internet und Datensouveränität notwendig macht.

Die Diskussion rund um das Recht auf digitale Unsichtbarkeit und digitale Unversehrtheit bekommt vor dem Hintergrund prekärer Positionierungen einen ganz anderen Stellenwert. Die Europäische digitale Datenbank Eurodac erfasst und verwaltet Fingerabdrücke von Asylbewerber*innen und „Illegalisierten“. Brigitta Kuster wird in ihrem Vortrag am 7. Juni auf das Problem von smart borders und das Recht der Bewegungsfreiheit eingehen.

Der praktische Teil der Veranstaltung am 8. Juni versucht den Bedürfnissen unterschiedlicher Realitäten nachzugehen. Während Menschen auf der Flucht mit direkter staatlicher Verfolgung zu rechnen haben, geht es bei queer-feministischen Aktivist*innen um die Einschränkung von Denk- und Gesprächsräumen. Wie können wir im Versuch, sich dagegen zu wehren, in einen Dialog treten und uns über Möglichkeitsräume in der digitalen Selbstorganisation austauschen? Welche Taktiken im Umgang mit digitalen Medien gilt es zu erlernen und zu erproben?

Eine Veranstaltung der Abteilungen Medientheorien (Katrin Köppert) und Zeitbasierte Medien (Gitti Vasicek), Kunstuniversität Linz

In Kooperation mit: servus.at, FIFTITU%, Feminismus & Krawall

Im Rahmen der Initiative DE_colonize uni_VERSITY

Im Rahmen der akg-Lehrveranstaltung: Revenge Porn, Doxing, Hate Speech. Netzpolitische ‚Ereignisse’ und feministische Interventionen, Francesca Schmidt


Programm
Mittwoch, 7. Juni 2017

18.30 Uhr | Performance DE_colonize uni_VERSITY. Auftakt des Staffelstäbchens
19.00 Uhr | Abendveranstaltung Smartonomy. Mobility without Fingerprints? Praktiken digitaler Selbstorganisation zwischen Überwachung und Autonomie

Donnerstag, 8. Juni 2017

10.00 Uhr | Workshop Disrupting Your Digital Shadow
11.00 Uhr | Workshop Investigating Your Metadata
12.00 Uhr | Workshop Mastering Your Mobile
14.00 Uhr | Workshop Feminist Crypting; Workshop Digital Security for Refugees; Digital Clinic: An informal discussion, exchange and hands on lab , Meeting & Briefing: Alles, was du schon immer über MORE und Tandem wissen wolltest
17.00 Uhr | Gemeinsamer Abschluss und Austausch

Detailierte Programminfo PDF

Anmeldung zu den Workshops: katrin.koeppert@ufg.at (bitte Workshop angeben)


Smartonomy. Mobility without Fingerprints?

Practices of digital self-organization between surveillance and autonomy.

Department of Media Theories and Department Time-based Media invite to soirée and interactive workshops

Digital media are ordinary tools. Emailing, tweeting, facebooking, googling, blogging, or just receiving are common everyday routines. Occasionally they help organizing activism and protest. And for some they are simply vital for survival. For refugees for example, who plan their escape routes via digital maps, arrange money transfers by crypted messages, contact their families by skype. Smartphones, within this framework, are no status symbols, but rather the technical miniaturizations of migration.

At the same time smartphones and tablets are media of communitisation, what makes securing internet access and data sovereignty mandatory. The discussion on the right to digital invisibility and integrity becomes even more importance against the background of precarious positioning. The European digital data bank Eurodac registers and administrates fingerprints of asylum seekers and „illegalized“. Brigitta Kuster will touch upon the details of smart borders and the right to (digital) freedom to mobility in her talk on June, 7th.

The more practical part of the event tries to pursue differing realities on June, 8th. While refugees are confronted with governmental persecution, queer-feminist activists deal with restrictions of their spaces to think, meet and communicate. How can we, by attempting to refuse those policies, enter into a dialogue and exchange on spaces of digital self-organization, on spaces below the radar? Which tactics do we have to un/learn and creatively test due to handling digital media policies?

An event of the Department for Media Theories (Katrin Köppert) and Time-based Media (Gitti Vasicek), University of Arts and Design Linz

In cooperation with: servus.at, FIFTITU%, Feminismus & Krawall

Within framework of the initiative DE_colonize uni_VERSITY

Within framework of the seminar: Revenge Porn, Doxing, Hate Speech. Netzpolitische ‚Ereignisse’ und feministische Interventionen, Francesca Schmidt

More information PDF

Registration to the workshops: katrin.koeppert@ufg.at (please indicate the workshop)

Komische Kritik. Einsätze, Medien und Zeiten von Post-Nine-to-Five-Humor, 12.+13.05.2017

KritiKomik
Linz: Domgasse 1, Galerie ; Wien: depot, 7., Breite Gasse 3

Eine Veranstaltung der Abteilung Kulturwissenschaft

Konzeption:
Karin Harrasser, Leitung der Abteilung Kulturwissenschaften und Drehli Robnik

Kann Komisches anderes sein als Verlachen und Entlastung, als Karneval oder Kanal des Ausdrucks von Machtlosigkeit? Kann Komik ermächtigend und effektiv zersetzend wirken oder auch Unterschiede ausmachen – zumal dann, wenn sie in Waren- oder Dienstleistungsform dargeboten wird? Und wie geht Komik in Zeiten, in denen der Faschismus Fakten schafft und postfordistische Führungsformen das Genießen längst zur Arbeit gemacht haben (und vice versa)? Der Joke/r als Shift/er, das Timing des Witzes (und der Witz als Zeitung), das Alberne als Taktik des Einklammerns von Realitätszumutungen: Von Interesse sind ästhetische Strategien und mediale Formate, darunter zumal Filme, die eine Öffnungen in festgefahrenen Diskursen und Konfrontationen produzieren, ein Sprungbrett für eine Fluchtbewegung bilden, das Sprechen ins Schlingern bringen. Oder aber, flexibilitätskritisch, Versteifungen zelebrieren, den Zeitfluss verlangsamen, Erstarrungen auskosten – oder dort Setzungen vornehmen, wo sonst zuvieles offenb bliebe. Komik in diesem Sinn ist gleichermaßen körperlich und affektiv wie formbewusst und hassverliebt in Einrichtungen. Orientierungsmarken einer solchen, kritischen Komikauffassung gehen von Aufschub bis Zaniness; sie umfassen Nerdigkeit, Mimikry und Intervall, sowie Namen wie Judd Apatow, Judith Butler, Guy de Cointet, Gilles Deleuze, Will Ferrell, Sigmund Freud, Siegfried Kracauer, Sianne Ngai, Dolly Parton, Paolo Virno, Kristen Wiig und Tante Elfi.

KritikKomikFlyer.pdf

Programm

Freitag 12. Mai 2017 / Kunstuniversität Linz, Domgasse 1
16.00 Uhr  Begrüßung
16.30 Uhr  „Ganz langsam, was wird hier andauernd auf den Punkt gebracht?“ | Michael Fesca (Berlin)
17.45 Uhr „It’s all wrong, but it’s allright. Oder: Was ist Kritik, wenn sie an Dolly Parton entlang gedacht wird?“ | Anna Bromley (Berlin)
19.00 Uhr„Odd jobs – Zany performances“ | Karin Harrasser (Linz)
20.15 Uhr  „Arbeit, Aufschub: Apatows Ökonomien & andere“ | Daniel Eschkötter (Dresden/Wien)

Samstag, 13. Mai 2017
10.30 Uhr 
Crowd-Unding und Clown-Crowning. KritiKomik, NonsenSetzung und Politiken der Gegenverwirklichung mit Kracauer, Deleuze, Ferrell und Tante Elfi | Drehli Robnik (Wien-Erdberg)
11.45 Uhr  We can’t legally ask you to lose weight. Kristen Wiig und komische Melancholie | Joachim Schätz (Wien)
13.00 Uhr  Malerei und andere Witze unter Dingen | Tanja Widmann (Wien)

Samstag, 13. Mai, ab 18.00 Uhr und Sonntag, 14. Mai 2017 findet die Veranstaltung in Wien, depot, 7., Breite Gasse 3 statt.


Moderation: Karin Harrasser, David Auer, Drehli Robnik

03./04./06.04.: Filmscreening & Diskussion: SHOAH & CLAUDE LANZMANN: SPECTRES OF THE SHOAH

Filmscreening & Diskussion: SHOAH & CLAUDE LANZMANN: SPECTRES OF THE SHOAH

plakat fin

03. & 04. April, 17-22 Uhr: Claude Lanzmanns SHOAH (1985)
(Gezeigt in zwei Teilen; pro Tag wird es jeweils in der Hälfte eine Pause geben.)

„Die umfassendste und radikalste Filmarbeit über die Vernichtung des europäischen Judentums im Nationalsozialismus.“

06. April, 17-20 Uhr: Adam Benzines CLAUDE LANZMANN: SPECTRES OF THE SHOAH (2015) // Nachbesprechung und Diskussion mit Angela Koch anhand Benzines Portrait über Lanzmann

„Die Annäherung an eine so große Dunkelheit über einen langen Zeitraum hinweg hinterließ eine dauerhafte Narbe.“

Audimax, Domgasse 1 (1. Stock), Kunstuniversität Linz

Claude Lanzmanns beinahe zehnstündige Dokumentation von 1985 gilt als die bedeutendste und zugleich bedrückendste filmische Arbeit zur Shoah, ein Begriff der erst durch den gleichnamigen Film einer breiteren Masse in Europa bekannt wurde.

14 Jahre in der Produktion nähert sich Shoah über Zeitzeug*inneninterviews, Aufnahmen von Wäldern und Landschaften in denen, mittlerweile kaum noch erkennbar, die organisierten Morde vollzogen wurden sowie immer wiederkehrenden Einstellungen von Zügen und Gleisen, jedoch völlig ohne Archivmaterial der Vernichtung der europäischen Jüdinnen und Juden. Immer ist Lanzmann in seinen Fragen darauf bedacht die Details zu erfahren, Kleinigkeiten in den Abläufen, die reibungslos und unscheinbar erfolgen mussten.

Am Donnerstag den 06. April werden wir über das Gesehene gemeinsam mit Angela Koch diskutieren. Dazu wird es ein Screening des Dokumentarfilms Claude Lanzmann. Spectres of the Shoah geben, in dem Adam Benzine den Einfluss, den die Arbeit an Shoah auf Lanzmann hatte, nachzeichnet.

Programmiert von Johannes Fiebich, David Haunschmidt, Sabrina Kern.

Für Getränke und Knabbereien ist gesorgt.

Am 31. März gibt es außerdem die Möglichkeit gemeinsam zur Lecture mit Claude Lanzmann im Audimax der Universität Wien zu fahren (Beginn: 18:30 Uhr). Nähere Infos zur Filmreihe in Wien (initiiert vom FilmClub Tacheles) siehe: https://www.facebook.com/events/1923229681241297/

MKKT – TAG DER OFFENEN TÜR, 29.03.2017

Masterstudium Medienkultur- und Kunsttheorien | MKKT – TAG DER OFFENEN TÜR, 29.03.2017

Am Tag der offen Tür besteht die Möglichkeit im MKKT-Studium in folgende Seminare hineinzuschnuppern (bitte einfach dazusetzen!):

09:00-10:30 Uhr:
Gastprof.in Dr.in Jasmin Mersmann: „Natur formen. Landschaft und Kunst“
Domgasse 1, EG, Galerie im Foyer

11:00-13:00 Uhr:
Univ.-Ass.* Sarah Sander, MA: „CLOSE UP: Kritik der schwarzen Vernunft. Lektüreseminar“
Domgasse 1, EG, Galerie im Foyer

11:00-15:00 Uhr:
Gastprof. Dr. Christian Tedjasukmana: „Crossing Cinema: Theorien des Films“
Domgasse 1, 4. Stock, Medientheorie/MKKT Seminarraum (DO0417)

Für Fragen rund um das MKKT-Studium und das Aufnahmeverfahren steht die Studiengangsleiterin, Prof. Dr. Angela Koch, im Zeitraum von 14:00-15:00 Uhr in ihrem Büro (Domgasse 1, 4. Stock, DO0412) zur Verfügung.

Wir freuen uns auf euer Kommen!

Angela Koch und Sabrina Kern

Vortragsreihe „INTIME ÖFFENTLICHKEITEN: MEDIEN – RÄUME – GEMEINSCHAFTEN“

Vortragsreihe 2017

PLAKAT-Vortragsreihe-2017

PLAKAT-Vortragsreihe-2017

Di. 28.03. 18h: Oliver Marchart (Uni Wien)
Time Loops and Public Spaces
Kunstuni Linz, Ex-Post-Musik-Raum, Domgasse 1, 4. OG

Mi. 26.04. 18h: Brigitte Weingart (Uni Köln)
„If you like gossip with the gloves off, this one is for you!“ – Zur Zirkulation von Klatsch in Celebrity Cultures
IFK, Reichsratsstraße 17, Wien

Di. 02.05. 18h: Leopold Lippert (Uni Salzburg)
Humor, intime Öffentlichkeiten und die Literatur der Amerikanischen Revolution
IFK, Reichsratsstraße 17, Wien

Di. 30.05. 18h: Heide Schlüpmann (Kinothek Asta Nielsen Frankfurt a.M.) 
Häuslichkeit. Hannah Arendt, der konkrete Raum und das Kino
an der Kunstuni Linz, Ex-Post-Musik-Raum, Domgasse 1, 4. OG

Di. 20.06. 18h: Kai van Eikels (FU Berlin)
Public Lucky Hole
Kepler Salon, Rathausgasse 5, Linz

Mit der Datenüberwachung von Apple & Co. wird einmal mehr die Auflösung der Grenze zwischen öffentlich und privat diagnostiziert. Doch ein Blick auf die alltagskulturellen Praktiken im globalen Nordwesten zeigt, dass diese Grenze seit langem brüchig und durchlässig ist – und neue intime Öffentlichkeiten hervorbringt.

Trauerrituale, Polemik, Klatsch und Faszination, dunkle Clubs und Kinos, Airbnb oder einfach das Lesen von Nachrichten oder Liebesgeschichten – was ist öffentlich, was privat? Ist diese Grenzziehung endgültig obsolet oder dringender denn je? Ist sie grundlegend oder lediglich Effekt anderer, beispielsweise ökonomischer, geschlechtlicher und kultureller Trennlinien? Wie öffentlich und sozial ist das Private? Wie privat sind die Privacy-Einstellungen des Internet-Browsers? Welche Zwischenformen generieren Massenmedien und Celebrity Culture? Welche historischen Fälle können den Blick erweitern? Wie aktuell ist die Losung der Zweiten Frauenbewegung, der zufolge das Private politisch sei?

Eine Veranstaltung der Abteilung für Medientheorien an der Kunstuniversität Linz und des Internationalen Forschungszentrums Kulturwissenschaften (IFK) in Wien in Kooperation mit dem Forschungsprojekt „Bewegungs-Bilder 2.0“ der VolkswagenStiftung und dem Kepler Salon in Linz.

Konzeption: Dr. Chris Tedjasukmana ist Gastprofessor für Medientheorien an der Kunstuniversität Linz, Ko-Leiter des VW-Forschungsprojekts „Bewegungs-Bilder 2.0“ (FU Berlin), Mitherausgeber der Zeitschrift Montage AV und 2017/18 Gast des Direktors am IFK. 2014 erschien sein Buch Mechanische Verlebendigung. Ästhetische Erfahrung im Kino, im selben Jahr erhielt er den Karsten-Witte-Preis.

Aktuelle Infos, Programm und Termine unter ufg.at und ifk.ac.at


ABSTRACTS:


Di. 28.03. 18h: Oliver Marchart (Uni Wien): TimeLoops and Public Spaces
Die Gegenwart scheint von Horrorclowns beherrscht. Die Vergangenheit – Faschismus, Nationalismus, die Weimarer Republik – ist als Farce zurückgekehrt, während die Zukunft am Ende ist. Lässt sich eine andere Zukunft vorwegnehmen? Der Vortrag stellt die Frage nach dem Verhältnis von Öffentlichkeit und Zeit, nach Stasis, Aufruhr, Paralyse, Präfiguration und der künstlerischen Praxis des Pre-enactments.

Oliver Marchart ist Univ.-Professor für Politische Theorie an der Universität Wien. Zu seinen jüngeren Buchveröffentlichungen zählen: Die politische Differenz. Zum Denken des Politischen bei Nancy, Lefort, Badiou, Laclau und Agamben (Berlin: Suhrkamp 2010); Die Prekarisierungsgesellschaft. Prekäre Proteste. Politik und Ökonomie im Zeichen der Prekarisierung (Bielefeld: transcript 2013); Das unmögliche Objekt. Eine postfundamentalistische Theorie der Gesellschaft (Berlin: Suhrkamp 2013) und Conflictual Aesthetics. Artistic Activism and the Public Sphere (Berlin: Sternberg Press, im Erscheinen).


 Mi. 26.04. 18h: Brigitte Weingart (Uni Köln): „If you like gossip with the gloves off, this one is for you!“  Zur Zirkulation von Klatsch in Celebrity Cultures 
Der Vortrag bezieht die Frage nach den „Zwischenformen“ von Intimität und Öffentlichkeit, die in der Vortragsreihe über Intime Öffentlichkeiten gestellt wird, auf Medienkulturen der Berühmtheit. Ausgehend von Beispielen aus Geschichte und Gegenwart des Celebrity Gossip geht es um die konstitutive Beziehung von Klatsch und Berühmtheit – sowie nicht zuletzt um die Besonderheiten, die sich in den affektiven Aushandlungen des Verhältnisses von Celebrities und ihren Followern in den „networked publics“ der Online-Kultur beobachten lassen. 

Brigitte Weingart ist Professorin für Medienkulturwissenschaft an der Universität zu Köln. Zurzeit arbeitet sie an einer Studie zur Genealogie und Medienästhetik der Faszination. Im April erscheint die Zeitschrift für Medienwissenschaft Nr. 17 mit dem Themenschwerpunkt „Celebrity Cultures“, den sie mit Peter Rehberg herausgegeben hat.


Di. 02.05. 18h: Leopold Lippert (Uni Salzburg): Humor, intime Öffentlichkeiten, und die Literatur der Amerikanischen Revolution
In ihrem Buch Über die Revolution attestiert die politische Theoretikerin Hannah Arendt den U.S.-amerikanischen „Gründervätern“ des späten 18. Jahrhunderts Lust und Leidenschaft an der politischen Debatte – eine affektive Haltung, die zentral für ihr Verständnis von Öffentlichkeit wird. Kulturhistorisch betrachtet waren die politischen Auseinandersetzungen der amerikanischen Revolution aber nicht nur lustvoll, sondern auch lustig: Pamphlete, Zeitungsartikel, Dialoge, und „Propagandastücke“ bedienten sich humoristischer Strategien, um eine öffentliche Debatte zu führen. An der Schnittstelle von Affekt und Öffentlichkeit, so soll der Vortrag zeigen, entstand durch solch „revolutionären“ literarischen Humor eine Form öffentlicher Intimität: zwischen Leser*in, Autor*in und politischem Argument.

Leopold Lippert ist Postdoc-Projektmitarbeiter am FWF-Projekt „Gender and Comedy in the Age of the American Revolution“ an der Universität Salzburg, und war zuvor als wissenschaftlicher Mitarbeiter an den Universitäten Wien und Graz beschäftigt. Er promovierte 2015 an der Universität Wien mit der Arbeit „Performing America Abroad: The Politics of Transnationalism in the Age of Neoliberal Difference“ (ausgezeichnet mit dem „Fulbright Prize in American Studies“). Er ist Mitglied des DFG-Forschungsnetzwerks „Cultural Performance in Transnational American Studies“; Mit-Herausgeber des Bandes „The Politics of Gender in Early American Theater“ (erscheint 2017); und veröffentlichte Aufsätze zu frühem und zeitgenössischem U.S.-Theater,  amerikanischem Fernsehen, transnationalen Kulturprozessen im U.S-Kontext, LGBTIQ*-Kulturen in den USA, sowie zu „cross-racial“ Performances. Er schreibt außerdem regelmäßig beim Theaterportal nachtkritik.de.


Di. 30.05. 18h: Heide Schlüpmann (Kinothek Asta Nielsen Frankfurt a.M.): Häuslichkeit. Hannah Arendt, der konkrete Raum und das Kino / In Kooperation mit der relatifs-Reihe (Karin Harrasser und Anne von der Heiden) an der Kunstuniversität Linz.
In der Öffentlichkeitsdebatte bildete Hannah Arendt eine Ausnahme: als einzige hob sie die Bedeutung des Privatraums neben der Öffentlichkeit und als unerlässlich für deren Wirklichkeit hervor. Darin lag entschieden eine Verbindung der politischen Philosophin zur Frauenbewegung. Das Augenmerk für das Private nahm auch die feministischen Filmkritik auf. Teresa de Lauretis rückte zudem in den Blick, wie sich im Film eine kulturgeschichtliche Konnotation von Raum und Zeit mit der Frau dort, dem Mann hier, wiederholte. Das gibt bei der Verbreitung einer Filmtheorie wie die von Gilles Deleuze, die so sehr auf die Zeit abhebt, zu denken. Womöglich allerdings beruhrt die Konstitution eines ästhetischen Felds insgesamt auf der Verdrängung des Privatraums. In deren Zuge ginge dann auch die Intimität zwischen Film und äußerer Wirklichkeit verloren.

Heide Schlüpmann widmete sich dem Studium der Philosophie in den 60er Jahren, des Kinos seit 1970. Von 1991-2008 betrieb sie Lehre und Forschung der Filmwissenschaft als Kinowissenschaft. Nach der Universität arbeitet sie neben dem Schreiben verstärkt in der Kinothek Asta Nielsen e.V. in Frankfurt am Main mit. Deren Projekt für Herbst 2018 ist das Filmfestival Transito. Elvira Notaris Kino der Passage. 1997 veröffentlichte sie Öffentliche Intimität. Die Theorie im Kino; 2015 erschien Das innere Bild. Zu einem verlorenen Begriff der Seele.


Di. 20.06. 18h: Kai van Eikels (FU Berlin): Public Lucky Hole
Öffentlichkeit ist nicht einfach da, zentral verordnet und administriert durch eine Allianz von Staat, zivilen Institutionen und redaktionellen Medien. Sie kann fehlen, wo sie behauptet wird, und unerwartet entstehen, wo immer Menschen einander in der Distanz von Gleichen adressieren. Michael Warner betont in „Publics and Counterpublics“ die Performativität des Öffentlichen. Exhibitionisten wie athleticpisspig, der auf Straßen und Plätzen dicht bevölkerter Innenstädte allein und mit Partnern ‚Wassersport‘ treibt, um Videos davon online zu stellen, testen diese performative Verfassung. Was erfahren wir aus solchen Aktionen über Strategien im Umgang mit einem löchrigen, aus Distanzen gestrickten Beziehungsgewebe? Worin ist oder wird das öffentliche Rumsauen politisch?

Kai van Eikels ist Philosoph, Theater- und Literaturwissenschaftler und arbeitet an der Freien Universität Berlin. Seine Forschungsschwerpunkte sind Kollektivformen wie „Schwärme“ oder „Smart Mobs“, Kunst und Arbeit, Performance und Politik. Aktuelle Veröffentlichungen: Die Kunst des Kollektiven (2013), Art works – Ästhetik des Postfordismus (mit dem Netzwerk Kunst + Arbeit, 2015); Szenen des Virtuosen (mit Gabriele Brandstetter und Bettina Brandl-Risi, 2016); Theorie-Blog: https://kunstdeskollektiven.wordpress.com


Der Vortrag von Geert Lovink (Institute of Network Cultures, H.v. Amsterdam) über Social Media und digitale Öffentlichkeiten muss leider verschoben werden.

Lehrveranstaltung und Workshop: Tandem mit MORE-Studierenden.

tandemworkshop_neu

Liebe Studierende,

wir möchten darauf hinweisen, dass ab diesem Semester im Rahmen einer Tandem Partnerschaft mit MORE-Studierenden ECTS-Punkte erworben werden können. Die Lehrveranstaltung lautet: „Tandem mit MORE-Studierenden. Sprachlicher, wissenskultureller und künstlerischer Austausch“ und ist im ufg hier zu finden: https://ufgonline.ufg.ac.at/ufg_online/wbLv.wbShowLVDetail?pStpSpNr=1174569&pSpracheNr=1

Wir freuen uns außerdem, bekannt machen zu können, dass es im Rahmen dieser Lehrveranstaltung einen Workshop zur Sensibilisierung der Tandem-Verantwortung geben wird. Der Workshop steht aber auch allen anderen Studierenden, die Interesse haben, offen. Die Informationen finden sich unten.

Anmeldungen zur LV direkt im ufg. Für den WS bitte bis 17.03.17 unter katrin.koeppert[at]ufg.at anmelden.

Herzliche Grüße,

Birgit Atzmüller, Gitti Vasicek und Katrin Köppert

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Zum Unterschied zwischen kolloborativem Lernen und Paternalismus

Sensibilisierungsworkshop zum Tandem-Programm

25.3.2017 von 9:45 bis 18 Uhr

Seminarraum Medientheorien/MKKT (Do0417) . Kunstuniversität Linz

Im Rahmen von „Tandem mit MORE-Studierenden. Sprachlicher, wissenskultureller und künstlerischer Austausch“ und DE_colonize uni_VERSITY

Organisiert von maiz – Autonomes Zentrum von & für Migrantinnen
Leiterinnen: Aretha Schwarzbach-Apithy und Luzenir Caixeta

Gefördert von den Abteilungen Medientheorien und Zeitbasierte Medien

Im dem dreiteiligen Workshop werden sich die Teilnehmer_innen im ersten Teil über Motivationen, Wünsche und Privilegen ihrer TANDEM-Arbeit austauschen und diese ebenso hinterfragen lernen. Inhalte wie z.B. Weiss.sein, Zusammenarbeit, soziale Positionierung, Paternalismus, Kontrolle und Diskriminierung werden im zweiten Teil erarbeitet, indem ein entsprechender Wissensinput gegeben wird. Vom Input ausgehend bestimmen die Teilnehmer_innen anschließend selbst die Themen, die sie als wichtig erachten und bearbeiten bzw. reflektieren möchten. Diese Schritte des Sensibilisierungsprozesses dienen der Vorbereitung, um im dritten Teil Standards für eine Zusammenarbeit mit MORE Studierenden konzipieren zu können, die selbstreflexiv die eigene gesellschaftliche Verortung im Blick behalten.

Aushang Tandem MORE PDF